RL2014 3HavelbergFrAm dritten Juliwochenende zogen Anna, Yadira und ich zu einer besonderen Mission aus: zwei Wettkämpfe in zwei Tagen. Kann man machen (war die Meinung vorher), muss man nicht (war die Meinung hinterher).
Hintergrund ist, dass am Samstag (19.7.) der dritte Regionalligawettkampf in Havelberg stattfinden sollte und sich schnell herausstellte, dass wir uns nicht streiten müssen, wer an den Start geht, da nur vier Mädels - vielen Dank an dieser Stelle für Christinas super Einsatzbereitschaft, das Team zu komplettieren -antreten konnten. Am 20.7. fanden die Deutschen Hochschulmeisterschaften (DHM) in Braunschweig statt und ich hatte die Mädels überzeugt, dass es doch eine super Idee wäre, unsere Berliner Unis hier zu vertreten - zwei Wettkämpfe hintereinander, gar kein Problem…

 


 

Der Wetterbericht kündigte für die Altmark saharaartige Klimaverhältnisse an und die Liebhaber tropischen Klimas wurden nicht enttäuscht. Auf der Schwimmstrecke legte Yadira mir der zweiten Schwimmzeit eine Hammerleistung vor, kurz darauf folgte ich ihr aus der idyllischen Havel und im Mittelfeld der Starterinnen konnte auch Anna aufs Rad wechseln. Dort legte sie mit der sechsten Radzeit eine fulminante Aufholjagd hin, während Yadira weiter sehr weit vorn unterwegs war. Für meine Verhältnisse hielt ich mich gut, Radfahren und ich sind ja erst kürzlich ganz gute Freunde geworden.

Beim Laufen hielten die Veranstalter eine ‚Wasserstelle‘, zwei Wannen mit Schwämmen und zwei Duschen und unser Verein viele Fans bereit, die uns nochmal beflügelten auf den 6,6 km durch die Sauna Havelberg. Yadira konnte mit der schnellsten Laufzeit den dritten Platz und damit das Treppchen erobern und auch Anna und ich kämpften uns super durch und versuchten uns beim Balanceakt zwischen möglichst schnell ankommen und sich nicht abschießen (schöner Gedanke beim Laufen: wie schön, morgen nochmal!). Ich konnte mit Platz 9 meine erste Top Ten erringen und Anna beendete die Hitzeschlacht mit Platz 17 ebenfalls gut. Christina kämpfte sich auch großartig durch und komplettierte unser Teamergebnis mit Platz 26. Ergebnis der Bemühungen: zweiter Platz in der Teamwertung und Hammerergebnis, wir steigern uns mit jedem Rennen!

Nach dem Wettkampf gurkten wir durch die Weiten der Altmark gen Hannover, wo wir übernachten wollten, um am nächsten Tag in Braunschweig nochmals anzugreifen - naja, soweit wie eben möglich.

Dort fiel am Sonntag um 11.15 Uhr der Startschuss, 17 Stunden Pause mussten dann auch mal reichen. Beim Schwimmen gab‘s dermaßen Kloppe von allen Seiten, dass wir uns gefragt haben, ob hier parallel auch die DHM im gemischten Kampfsport stattfinden. 200 Meter lang hatte das nix mit Schwimmen zu tun (Ursache eins: die erste Boje erwartete uns schon nach runde 100 Metern, zweite Ursache: grobe Diskrepanzen zwischen eigener Einschätzung der Schwimmleistung und tatsächlichem Schwimmvermögen insbesondere bei den Herren der Schöpfung - sorry Jungs, aber war so). Ein Landgang („um drei Bäume herumrennen“ - Zuschauerfreundlichkeit!) nach 370 m sorgte schon das erste Mal für zitternde Knie und kurz vor Ende der Schwimmstrecke dachten sich Yadira und ich: hoffentlich ist die Andere besser aus dem Pulk rausgekommen! Als wir uns nach 700 einträchtig nebeneinander wiederfanden, war klar: nee, haben beide ordentlich auf die Fresse bekommen - ich vermute stark, auch Anna kurz hinter uns erging es nicht besser.

Dann hieß es raus aus dem Wasser und ne schöne Rampe hoch zur Wechselzone. Dort das Rad geschnappt und….wer sein Rad liebt, der schiebt. Und zwar weit, die Aufstiegslinie war gefühlt einen halben Kilometer weit weg. Dann folgten 23 km „flache bis wellige Radstrecke“, Schneeberg ließ grüßen und ich war größtenteils damit beschäftigt, vom großen auf das kleine und zurück auf das große Blatt zu schalten, auch so kann man sich beschäftigen - das müssen wohl Harzausläufer gewesen sein.

Beim Laufen bekamen wir dann zu spüren, was es heißt, vom Vortag schon nen kleinen Wettkampf in den Beinen zu haben. Bei 35 Grad hieß es Hitzeschlacht die zweite mit diesmal nur einer Verpflegung auf 2,5 km. Die Laufstrecke ließ keinen Hügel aus, einschließlich DER Rampe, die es schon nach dem Schwimmen hochging, da kam Freude auf. Ich vermute, dass die anderen beiden mich beim Laufen verfluchten, ich hatte uns das ja eingebrockt.

Wir versuchten, die müden Beine zu überreden, nicht ihren Dienst einzustellen, nicht allzu sehr eingesammelt zu werden und mit Würde anzukommen. Mir wurde bei Ankunft im Ziel direkt ein Kanister Wasser über den Kopf gekippt, das ließ mich vermuten, dass ich doch einigermaßen fertig aussah.

Wir wurden mit Platz 12 (Yadira), Platz 18 (ich) und Platz 21 (Anna) und dem dritten Platz in der Mannschaftswertung für unser Leiden entschädigt, zweites Podium in zwei Tagen, das ist doch was! Und den fehlenden ersten Platz holte Anja bei der gleichzeitig stattfindenden Deutschen Meisterschaft ihrer AK (17. Frau gesamt!) über die Langdistanz in Roth, wir litten quasi aus der Ferne mit konnten nur allzu gut nachvollziehen, wie heiß es dort wohl herging und wie hart erkämpft dieser Titel ist, herzlichen Glückwunsch an unsere Anja und was für ein Wochenende für unser Mädchenteam!