Zatopek2015 2bearbne, ne,

ich wäre stolz wenn doch nur aus einem der vielen Eier die meine Mitarbeiter für mich legen so etwas wie ihr rausgekommen wäre!!!

Am 21.11. war es wieder soweit: der Zatopeklauf - ein Highlight des Jahres!
 Und die Vorzeichen hätten besser nicht sein können: am  Morgen des 12.11. verliere ich doch glatt( die vorabendliche Martinsgans meiner Fastschwiegermutter war schuld:-)) eine Füllung eines Zahnes(Nr.27). Gefühlt hätte man in dem Loch glatt einen ganzen Lebkuchen versenken können. Aber da Gefühle, besonders - ja, ja, bitte nicht falsch verstehen - mit der Zunge, hin und wieder täuschen hätte vielleicht auch ne ganze Packung Lebkuchen reingepaßt.

 Oh je, oh je und mein Zahnarzt(Nickname Goldfinger, also der war fachlich wirklich extrem gut) den ich sonst regelmäßig einmal jährlich aufsuche ist in Rente. Na ja, bei meinem perspektivischen Zukunftszahnarzt bin ich ja schon des öfteren mit dem Rennrad vorbei gefahren und habe ängstlich, wie sonst, ein Auge rübergeworfen. Aber jetzt, so mit etwas Zwang und unverhofft war es mir doch sehr unangenehm.
 Aber wie heißt es schön: Selbst ist der Mann! Gedanklich erwog ich, ich war wohl noch etwas müde und verwirrt von der wilden Nacht, einen Selbstversuch mit dem Karosseriekleber, he he sogar in weiß, aus der Garage. Die 800 ml könnten ja reichen, wenn auch nur knapp. Doch mein Verstand, ihr werdet es kaum glauben, leitete mich doch zum Telefon. Ja, ich kann morgen früh gleich kommen! Toll: Ich wollte schon immer mal an einem Freitag, dem 13., bei einem Zahnarzt, in diesem Falle auch noch einem unbekannten, vorstellig werden. Meine Bedenken erwiesen sich als vollkommen berechtigt. Bereits nach 10min war ich wieder draußen, mit einem weitern Termin für den 20..
 Puh, Glück gehabt: es sollte dann nur nochmal rüberpoliert werden. Doch zu meinem Erschrecken sollte ich am 20. ins hintere Behandlungszimmer. Zitat vom Doc: "Damit die Leute vorne die Schreie nicht sol laut hören!".
 Cool - wir verstehen uns!

Abends dann noch schnell ein/zwei Kuchen in den Herd geworfen, die Rennleitung eingepackt und ab ging es zum Date in der Fritz Lesch Str..
 Während man sich bei gelegentlichen Besuchen in der Schwimmhalle an der Peene vielleicht evtl. wirklich wie der sprichwörtliche Hecht(ein kleiner) im Karpfenteich fühlen könnte glich der Besuch im Sportforum dann doch eher einem Stich in ein sportliches Haifischnest. Das war mit Abstand das schönste Schwimmen in den letzten 2 Jahren und zwar nicht weil auf der Nachbarbahn - was ihr habt sie nicht gesehen - die brasilianische Volleyballnationalmannschaft, der Damen selbstverständlich, trainierte. Zügig und sehr kurzweilig - es ist doch etwas anderes als wenn man immer alles alleine schwimmen muß.
 A pro pro alleine, mein Gastgeber - wir könnten unterschiedlicher nicht sein: wir beide haben zwar Glück mit unseren Mädels, doch während der eine sich technikverachtend ganz von seinen Gefühlen leiten läßt gilt der andere als der Vernünftige, der sich voll auf seinen Verstand und modernste Technik(Stichwort Trainingssteuerung) verläßt. Keine Frage: mit dem Strombedarf seiner umfangreichen Trainingshilfsmittel könnte man in Indien z.B. mehrere Straßenzüge versorgen. - hätte mich doch glatt, fast abgehängt. Nein, nein es war nicht wirklich ein Rennen durch das abendliche Berlin aber das was Hamilton und Rosberg im Autorennsport sind, sind wir im Triathlon. Nur das die beiden erstgenannten gegen uns glatt als beste Freunde durchgehen würden:-).

High noon - das Abendessen im Fuchsbau.
 Das strenge briefing meiner noch strengeren Vorgesetzten:"... nicht zu laut reden, aber auch nicht zu leise, nicht zu viel doch auch nicht zu wenig. Nicht zu gierig essen, nicht rülpsen und auch nicht schmatzen, nicht singen und auch nicht trinken - nur einen Drink." Ha, ha, wenn sie wüßte wie durstig ich war.
 Im Keller - ohne den ungeheurem Schaffensdrang des Zauberers vom Wuhlheide Läuferpark wäre der Emil-Lauf undenkbar - des Cheforganisators brodelten zum Glück noch hochwertigste Weine.
 Dank einer beidseitig beliebten, sein Aroma(ausdrucksstark, vollmundig und kompakt) glich einem Korb dunkelroter Früchte, nordspanischen Weinsorte wurden dann doch noch die letzten Falten im Gehirn weggebügelt. Mein Versuch, den Gastgeber wenigsten zu einem klitzekleinen Passivrausch zu verführen scheiterte aber kläglich. Aber mit Scheitern kenne ich mich ja aus.
 Kurze Zeit später bereits im Tiefschlaf. Sehr erholsam! Weniger erholsam dagegen das Aufwachen.
 Ein Traum, ein Traum eines jeden Triathleten: ich sehe eine Wechselzone - nur noch ein Rad steht drinn - mein Rad! - Wie jetzt? - Wie konnte das passieren?  - sooo schlecht schwimme ich doch eigentlich gar nicht - na gut, man kann es nicht ändern - fatalistisch denke ich noch so bei mir: "Gut,dann werden heute mal richtig viele auf dem Rad überholt." - ich schnappe es am Sattel und will los - oh je, die Sattelstütze rutscht bis zum Anschlag in das Sitzrohr - Panik - Inbusschlüssel hab ich nat. nicht dabei - totale Hilflosigkeit - wieder einmal - Hört es denn nie auf? - doch: einen Wimpernschlag später wachte ich schweißgebadet und leicht zerknittert auf. Puh Glück gehabt, es war "nur" ein Traum.

Ein leichtes, ich hege immer noch den Verdacht, dass mir jemand Hängolin unters Müsli mischte, Frühstück und eine kurze Radfahrt später sind wir schon an der Rennstrecke.

 


 Es war ein(?) Prominenter angekündigt. Ich dachte da an Achim  oder seine liebreizende Nichte doch aus dem Nebel - die Wetterdaten im Ergebnisprotokoll geben nicht wirklich die extremen Wettterbedingungen wieder - tauchte etwas viel Unangenehmeres, ich war wie gelähmt vor lauter Angst, auf: der Terminator, der Hannibal, der Tarantino des Multisports. Er klettert, läuft, fährt Rad, paddelt und schwimmt(seine Lieblingsdisziplin) weltweit und spielt höchstwahrscheinlich auch noch mehrere Instrumente. Fehlerfrei versteht sich!
 Na ja, für die einen, angesichts ihrer Härte wurde höchstwahrscheinlich ihre Nabelschnur mit der Kettensäge(ohne Motorsägeführerschein) durchtrennt, kommt der Ruhm einfach so über Nacht, andere müssen sich zäh, mit dem Beigeschmack der Sinnlosigkeit, die Leiter hocharbeiten.
 Weitere Prominente, sie schienen direkt aus dem Cover einer Sportillustrierten herausgepurzelt, wurden ebenso gesichtet. Zahllose, kampferprobte, mit Taillen um die sie jede Wespe beneidete, Triathlon-Amazonen und Recken, groß und stark wie Wikingerkapitäne waren auch am Start.
 Freundlichere Menschen kann man sich kaum vorstellen!
 Schon während der Teamauslosung konnte man die Anspannung förmlich spüren. Das Hoffen sich einen guten Laufpartner "einzufangen" und ohne Fehllos die Auslese zu überstehen, war den Sportsfreunden/innen ins Gesicht geschrieben und ließ sie fast vor Spannung explodieren. Losglück allerorten, man(n) erkannte nur Freude und Erleichterung! Wie sich "zufällig" das spätere Siegduo, das läuferische Bayern München, fand wird aber immer ein Rätsel bleiben.
 Zum Rennen selbst kann ich leider wenig schreiben: bereits nach der ersten Kurve merkte ich, die Fliehkraft in den Kurven hat mich fast ohnmächtig gemacht, wie es mir kalt über den Rücken lief. Aua, aua, aua, also DAS Rennen spielte sich weit, sehr weit vorne ab. Ein Trio(mit 12 Fäusten) lieferte sich einen erbitterten Kampf, bei dem die Abgehängten, entwurzelt und am Rande der Verzweiflung, nur verblüfft zusehen konnten. Nach einer knappen halben Stunde, der Streckenrekord (hier bitte das Ergebnisprotokoll verlinken) für die schnellste Runde wurde nur knapp verfehlt, der Rekord für die Gesamtzeit auch, waren alle Schafe geschoren und die Wolle beim Händler abgeliefert.
 Dann die Kuchen-, Keks-, und Getränkedisziplin. Also meine - sehr schön.
 Danach ging es ab zum Glühwein- und Tischtennisturnier. Der Ball war nicht wirklich mein Freund.
 Ein kleiner Anfall von Eitelkeit sei dem Schreiber, wenn es schon beim Laufen und an der TT-platte nicht klappte, dieser Zeilen gegönnt: ein kleines Lob - immerhin, was will  Mann mehr - von zwei unbekannten, gutaussehenden Damen wurde mir zuteil. Für rückhändig eingeschenkten Glühwein. Und wie jeder weiß, es gibt kaum etwas Schwierigeres als Glühwein rückhändig einzuschenken!!!
 Zur Vollständigkeit; an der TT-platte gewann: na klar, genau wie beim Laufen: ALLE!
 Die meisten Punkte eroberte natürlich...
 ... na Ihr wißt schon: lange, dunkle, lockige Haare...
 Das Licht der untergehenden Sonne färbte sodann die Tischtennisspieler in schimmerndes Kupfer. Ein magischer Moment für den (unbeteiligten) Betrachter und Signal zum Aufbruch die Überreste des Buffets zu verspeisen, die die Sportler zurückgelassen hatten und umgehend wieder in schlimme Melancholie zu verfallen.

Es war wieder ein Farbklecks, ein großer, im 11./12. schönsten Monat des Jahres!!!

Einen dicken Gruß aus der nordostdeutschen Tiefebene
 Joke(der Glücklose)