01 DSC6955“Sportler sind die, die nichts zu tun haben”: Er konnte den Sinn so einer Veranstaltung kaum begreifen, aber war jedes Jahr immer wieder fleißig im Dienst, bei seiner Verpflegungsstation am km 35. Er war seit dem ersten Mal da, vor fast vierzig Jahren, und alles nur aus reiner Gefälligkeit.

Die Idee von einem Lauf im Gelände stamm ursprünglich von einer kleinen Gruppe des Alpenverein Giovane Montagna, die im Winter regelmäßig auf den nahen Hügeln war, die beliebte Colli Euganei. Die “Colli” sind etwa 20 km westlich von Padua, nicht weit weg von Venedig. Eine vulkanische Gebirginsel auf der Poebene, bis zu 600m hoch, sie sind eine Mischung aus alpiner und mittelmeerischer Landschaft. Wälder von Eichen, Kastanien und Tannenbäume wachsen zusammen mit Weinberge, Mandel- und Olivenbäume, hier an ihren nördlichen Grenze.

E02 DSC6796inen Tag dachte der Toni Oliviero mehrere von den bekannten Wege zusammen zu verbinden. Das erste Problem war die Strecke zu messen. Dann nahm der Adriano Bergamo eine alte Fahrradgabel mit einem Laufrad und zahlte einfach die Drehungen auf dem Weg. Die Rechnung ergab 42 km, mit einem Kurvimeter auf der Militärlandkarte bestätigt. Die Höhenmeter wurden 2000.

So wurde die Traversata dei Colli Euganei, geboren, ein der schönsten Trail-Runs in Italien. Die findet im Frühling statt, am Ende März oder Anfang April. Am Start der TCE 2015, um 8 Uhr morgens ist die Ebene noch von einem Schicht goldenen Nebel bedeckt, aber nur weniger Meter höher ist der Sicht sehr klar, schwarze Hügel gegen einem dunkelblauen Himmel. Es ist schön kalt, 9 grad.

03 DSC6903Das Gelände ist extrem abwechselungsreich. Man kann am meisten gut laufen auf Wald- und weißen Schotterwege, die wunderschöne Strade Bianche, aber es ist praktisch nie flach. Einige Stellen sind mit Fixseilen eingerichtet, manchmal suchen die Hände den Boden, auf dicken Felsen und stark erodierten Rillen. Es kann bis zum 50% steil werden, auch für längeren Stücke. Letztes Jahr waren am Ziel nach 5h45' beide meine kleine Zehen aus den Schuhen raus, ein neuer Paar Kinvara Trail.

Die TCE besteht gründsätzlich auf drei langen Aufstiege, je 500 Höhenmeter, zwei in der zweiten Hälfte. Auf dem letzten Aufstieg, südorientiert und windgeschützt, habe ich die Hitze gelitten, obwohl am Tag maximal 20 grad angesagt wurden.

Die 12 Verpflegungsstationen sind etwas spartanisch aber in Ordnung: Obst und Brot. Wasser, Cola und Isogetränke. Es fehlen Gel und Riegel, aber das macht Sinn, wenn die Anmeldung nur 20 € kostet. Der Weg ist gut geschildert, ein Dreieck mit der roten 1.

04 DSC6955Letztes Jahr hatte ich mein ersten Krampf am km 14, trotz mehreren Vorbereitungsläufe über 25 km in Grunewald. Diesmal bin ich viel vorsichtiger, aber am km 37, am Ende dem letzten großen Aufstieg, sind beide meine Beinbeuger steif. Warum die Beinbeuger habe noch nicht richtig verstanden. Bergauf sind noch 150m, bis zu einem Sattel wo viele Leute grillen, kaum vom Tiergarten zu unterscheiden. Danach ist eine freie Sturz, 500 meter nach unten in weniger als 2 km. Kontrollierte Sprünge zwischen den Steine und plötzlich kommt das Ziel, nach einer kurzen Asfaltstrecke, eine Rarität heute. Ich bin fünf Minuten langsamer als letztes Jahr, happy und eigentlich gesund. Der erste war am Ziel nach 3h35', 22' mehr als der TCE-Rekord im 2014.

 

Daniele

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