CrossstundeRaus aus dem Off-Season-Loch, hinein in die Winterlandschaft - das war der Plan. Mit Skiern im Gepäck und Olafs Worten im Ohr ("Ich fahr da schon seit Jahre hin. Da liegt immer Schnee") gings Mitte Dezember nach Szklarska Poreba. Die Glaskugel der Zivilisation, die WetterApp des Vertrauen lies uns allerdings auch die Laufschuhe mitnehmen. Und wir sollten sie brauchen.

Der Anfang lies sich noch ganz vielversprechend an. Uwe und Denis, unsere Vorhut, konnten den ersten Saisontag in Jakuszyce genießen und am Freitagnachmittag die ersten Runden auf Skiern drehen. Sollte der Schnee tatsächlich rechtzeitig gekommen sein, um dem Orakel Olaf wieder Recht zu geben? Hatte das Herbeisehnen tatsächlich Erfolg gehabt? Sollten wir ab Samstagmorgen wirklich auf den dünnen Brettern stehen können?

Die verregnete Nacht und die morgendliche Schneeprobe brachten jedoch die Ernüchterung. Nachts waren es nur ein paar Grad zu warm und statt besten Bedingungen und Neuschnee hieß es nur Matsch und nass. Statt Wachs- stand Schuhwahl an; statt Loipen suchten wir Waldwege; statt Nalesniki in Orle, gab's Nudeln im Appartment; die Frage nach Klassisch oder Skating entfiel ganz...

Dennoch haben wir die Zeit auch trainingtechnisch gut nutzen können, die Region um die bekannten Loipen erschlossen und etwas winterliche Vorfreude für den Rabenberg aufgespart. Und während es sich ein Teil der Gruppe am Samstagabend schon in die Sauna bequem gemacht hatte, wagte sich der andere Teil noch kurz zur Abfahrtpiste. Dieser Hang war mit Kunstschnee präpariert und hatte schon beim Drüberlaufen das Interesse einiger Hartgesottenen geweckt - die Skier sollten schließlich nicht ohne Einsatz hin- und hergefahren werden.