2014 Paris IMG 5883 900Als Erklärung vorweg: ich ‚verkaufe’ diesen Bericht zu meinen Eindrücken vom Marathon de Paris einfach als Saisonrückblick, dann fällt es nicht so auf, dass bereits November (o. Dez.) ist, der Marathon aber schon im April war...

Aber ganz von vorn: wenn es was zu gewinnen gibt, bin ich immer mit dabei. Da kam die ‚Better your Best’ Aktion von Asics ganz recht: wenn man seine 10km-Bestzeit beim Grand 10 im Oktober 2013 knackt, bekommt man ein ‚Präsent’, wie es so schön heißt. Da meine Bestzeit bei übersichtlichen 47:nochwas lag, sollte das zu machen sein, dachte ich mir. Ziel war eine 44, mit ein bisschen Leiden hat das auch geklappt, war stolz wie Bolle.

Also zur „Better your best-Präsent-Schlange“ und gespannt auf das versprochene Geschenk gewartet. Das stellte sich als Funktionsshirt raus, gute Sache, Asics!

Ein paar Wochen später dann die Überraschung beim Mails checken (wie es neumodern so schön heißt): eine Email von Asics mit der Mitteilung, dass ich einen von 100 Freistartplätzen für den Grand 10 2014 gewonnen habe. Hab mich tierisch gefreut, hatte das Gewinnspiel zur Aktion ja schon ganz vergessen.

 Danach gab es noch eine weitere Email von Asics (ich dachte, ob ich jetzt auch noch einen zweiten Startplatz gewonnen habe?): „Sie haben den Hauptpreis der ‚Better your Best’ Aktion gewonnen“: eine Reise zum Paris Marathon samt Reise, Hotel und Startplatz - und ob als das nicht genug wäre, gab es Reise und Hotel auch noch für eine Begleitperson dazu...Wie heißt es so schön im Supermarkt-Werbelied: Supergeil! Erstmal Christian angerufen und ihm gesagt, dass wir im April nach Paris fahren. Seine Reaktion a la Forrest Gump: Paris – schon wieder... (wir waren 2012 zuletzt da). Nach Androhung, dass ich auch jemand anderes mitnehmen kann, wollte er dann doch gerne nach Paris...

Es war zu dem Zeitpunkt Anfang November und der Marathon bereits am 6. April, da hieß es schnell mit gezieltem Training anfangen (bisher waren meine Trainingsdistanzen von Marathonvorbereitung weit weg). Habe mir einen Trainingsplan erstellen lassen und los gings - dank mediterranem Winter sogar fast ohne Unterbrechung im sonst ziemlich ätzenden Januar/Februar. Ich nutzte häufig meinen Arbeitsweg als Training und wurde über den Winter gefühlt auch nach und nach schneller (oder wurden die trödelnden Touristen einfach langsamer?).

2014 Paris IMG 20140209 900Im Februar nutzte ich dann den Plänterwaldlauf über 20 km als Formtest und es lief super; das lag vor allem daran, dass Sven mir versprochen hatte, im Tausch gegen einen Bericht zum Marathon (hier endlich die Einlösung - voila!) die beiden letzten 5km-Runden des Laufes als Hase ein gleichmäßiges – wie sich herausstellte ziemlich ordentliches - Tempo zu machen. Das tat er und nebenbei (für Sven ist das ja nur lockeres Joggen) feuerte er mich an, holte Getränke und erzählte unterhaltsame Anekdoten, ich kann ihn als Hase für Bestzeiten nur empfehlen!

Dann kam das traditionelle Radtrainigslager auf Malle: Radfahren, Radfahren, Radfahren...und ich wollte trotzdem das Laufen nicht so schleifen lassen. Bei einem laaangen Lauf stellte mein Körper dann seinen Dienst ein: Schmerzen im Oberschenkel, Entzündung des Hüftbeugers... Die letzten 4 Wochen vor dem Marathon schleppte ich mich nur noch durch eine Einheit pro Woche, mehr ging nicht (schon zur U-Bahn laufen war eine Herausforderung) - kluge Vorbereitung geht anders.

2014 Paris IMG 5746 900Am frühen Morgen des 5. April flogen wir dann nach Paris (an dieser Stelle ein riesengroßer Dank an Claudia Dorendorf von Asics, die mit Hingabe noch jedes kleine Detail unserer Reise organisiert hat). Startunterlagen abholen und ein bisschen Wettkampfluft schnuppern, ich war schon aufgeregt für 3...

Wir waren in einer Seitenstraße direkt am Triumpfbogen in einem 4-Sterne-Hotel untergebracht, der absolute Hammer! Leider konnte ich mein Bett nur bis 5 Uhr nutzen, 8.45 war ja schon der Start geplant...

Vom Startbereich aus war das übliche Vorrücken bis zur Startlinie angesagt, aber dann:

2014 Paris IMG 5780 900Ab der Startlinie war man überflutet von Eindrücken: die unglaublich breite Champs-Elyssee mit Platz für jeden Läufer schon ab den ersten Metern und mit wunderschönem Ausblick auf den Place de la Concorde...
Die ersten Kilometer liefen sich trotz des immernoch leidlich spürbaren Hüftbeugers sehr gut, mein Schnitt lag bei etwa 5 Minuten pro Kilometer. Bis zum Halbmarathon war alles super, bin mit 1:47 durch. Aber ich merkte schon, dass meine Ausdauer nicht für eine ähnlich gute zweite Hälfte reichen würde, die hügelige Strecke (für Berliner Verhältnisse war das geradezu bergig) tat ihr übriges.

Sehr typisch für Frankreich gab es Informationen nur auf Französisch – als an einer Getränkestation auf der rechten Seite das Wasser ausging, wurde von Helfern gebrüllt: A gauche, a gauche! Die des Französischen mächtigen rannten also alle nach links und damit diejenigen ohne Kenntnisse dieser schönen Sprache einfach...Schön auch die selbstgemalten Schilder mit „Cours, Forrest, Cours“!

 

2014 Paris IMG 5875 900Sonst gab es keine Drängeleien, die Strecke war wunderbar und man konnte fast ein wenig das Pariser Flair genießen. Nur ab km 28 verlief die Strecke durch fünf kurze und dafür umso knackigere Unterführungen entlang der Seine, das gab meinen Beinen den Rest. Bei km 40 passte mich Christian zum dritten Mal an der Strecke ab, ich muss ziemlich fertig ausgesehen haben, aber zumindest ließ ich mich nicht dazu hinreißen, die Steigungen hochzugehen...alles ab km 33 glich einer geistigen Kampfleistung (da körperlich nichts mehr zu holen war - meine Beine waren schon längst hinüber), aber die tollen Zuschauer und Anfeuerungsrufe helfen über vieles hinweg! Im Stadtpark standen Zuschauer und hatten sogar private Verpflegungsstände für die Läufer aufgebaut, das war echt toll. Bei km 41 kam dann Schlusssprinteuphorie auf, auch wenn an Sprinten nicht mehr zu denken war. Beim Anblick des Triumpfbogens weiß man wieder, wofür man sich die letzten Kilometer gequält hat, es ist einfach überwältigend!

Bei 3 Stunden, 49 Minuten und 4 Sekunden kam ich ins Ziel – glücklich, es geschafft zu haben, stolz, nicht zwischendurch gegangen zu sein und ein wenig angefixt, nochmal nen Marathon zu laufen – ohne Verletzung geht das bestimmt noch viel besser!

In diesem Sinne: Vive la France!

Und der Tag danach: mit ‚Kompressionsstützstrümpfen’ und Mördermuskelkater durch Paris gehumpelt, aber Shoppen geht natürlich trotzdem. Nur, dass ich nicht hoch, sondern runter den Fahrstuhl genommen habe und beim Aussteigen aus dem Bus (sind die französischen Busse höher als die der BVG oder kam mir das nur so vor?) im wahrsten Sinne des Wortes Unterstützung brauchte...

Aber was am wichtigsten ist: es hat sich sowas von gelohnt!!! Danke Asics! Auf zum nächsten Abenteuer und neuen Bestzeiten in 2015 J