fichkona2014a 800„Right here, right now“ dröhnt es in meinen Kopfhörern zu den Klängen von Fatboy Slim, als um 09:50 die Friedensglocke auf dem Fichtelberg ertönt. Fichkona 2014 und ich sollte dabei sein. 601 KM am Stück bis nach Arkona auf der Insel Rügen.
Ich hatte den Abend vor dem Start irrsinnige Kopfschmerzen bekommen, da mein Busanreise nur bis  Chemnitz ging und ich die restlichen 55 KM bis Oberwiesenthal mit dem Fahrrad zulegen musste, sowie mein zusätzliches Gepäck von 20 KG auf Rücken und Nacken verteilt balancierte. Was zu Anfang noch als „sehr machbar“ aussah, stellte sich auf der Hälfte der Strecke als Tortur heraus, da die Gurte und Schnallen die Blutzirkulation an ungewohnten Stellen abschnürten. Nach einer Zwangspause und einbrechender Dunkelheit traf ich dann endlich in der Pension ein. Nach einem reichhaltigen Abendessen, hörte ich schon von Nachbartisch die Schlagwörter „Fichkona“ und „600 Kilometer“ mit. Hier war ich also richtig.


Am nächsten Morgen übergab ich mein Gepäck an die Fahrer, die mit Auto angereist waren, um mich unbeschwert mit Rad auf den Fichtelberg zu begeben. Beim Aufstieg mehrte sich die Anzahl von vorbeifahrenden Autofahrern mit ortsfremden Kennzeichen und wo vereinzelt ein Fahrradlenker durch die Heckscheibe schimmerte. „Nur noch diesen Hügel, dann bist Du da“. Und da standen sie alle auf dem Fichtelberg, 180 Fahrer mit dem eisernen Ziel: 600 KM am Stück. Um das Fichtelberg Hotel herum wuselten duzende Leute in Fahrradsachen. Jede Hauswand oder Abstellmöglichkeit wurde genutzt um die letzten Vorbereitung zu machen: Startnummer anbringen, Verpflegung einpacken und Versorgungsbeutel vorbereiten. Wobei sich hier schon die offensichtlichste Frage stellte: „Was nehme ich alles mit?“. Laut Wettervoraussage, sollte es die gesamte Tour regnen, beginnend mit dem Start. Folglich habe ich schon fest damit gerechnet, bei jedem Stop die Kleidung, durchnässt von Schweiß und Wasser, zu wechseln, so das sich ja keine Scheuerstellen bilden können. Angezogen hatte ich meinen Vereinseinteiler und eine Rennradtrikot von einem anderen Treff aus Österreich. Denn natürlich sind solche Großveranstaltung auch ein in gewisser Weise ein Schaulaufen, um seine Zugehörigkeit zu zeigen und natürlich auch eine gewisse „Professionalität“ zu symbolisieren. Doch der Blick in den Himmel lässt das ganze Gegenteil von Regen vermuten; keine Bewölkung und mäßige Temperaturen. Zur Sicherheit wird trotzdem alles in den Sack gepackt und lediglich Armlinge noch zusätzlich angezogen. Manch anderer Fahrer ging jedoch kein Risiko ein und verwendete das Gesamt-Winter-Packet: Armlinge, Beinlinge, Überschuhe (mit zusätzlichen Tüten darunter), über das Trikot noch einen Windbraker, sowie noch eine Mütze und Handschuhe. Wie sich später herausstellen sollte, nicht eine besonders gute Idee, denn das einzige was die nächsten 300 KM benötigt wurde, war Sonnencreme. Und gerade die hatte ich nicht dabei.
Zu guter Letzt, vor dem Start, wurde noch das Gruppenfoto gemacht. Und wie sich dabei schnell erkennen ließ’, ich muss hier scheinbar einer, wenn nicht sogar der, jüngsten sein. Alte Hasen duellieren sich während des Fotos, wer doch der ältere von beiden sei und wie oft man doch schon an die Fichkona teilgenommen hätte. „Wie alt bis Du denn?“ - „65“ - „“Naja, siehste. Ich bin 68.“. Warum auch zuhause sitzen und seinen Ruhestand genießen, wenn man auch den „Wahnsinnsritt“ machen kann.
fichkona2014b 80010:00 Uhr - Das Glockenschlagen verblast, und unter Applaus und Glückwünschen bewegt sich das Fahrerfeld Richtung Tal. Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch immer nicht realisiert, dass ich die nächsten 24 Stunden komplett im Sattel sitzen werde. Hauptsache keine Panne unterwegs bekommen. Plötzlich schreckt ein Reifenplatzer das Feld auf „Bähm“ und jeder Fahrer wirft einen prüfenden Blick auf das Vorder- und Hinterrad. Keiner fühlt sich in der absoluten Sicherheit, bis am Straßenrand der gestrandete Radfahrer entdeckt wird. Natürlich ein ärgerliches Omen, wenn man noch nicht mal ohne Defekt den Berg herunter kommen kann. Dieser Gedanke, zu stürzen oder vielleicht selbst das Fahrrad nicht genügend vorher gewartet zu haben, verunsicherte mich bei der Abfahrt so sehr, dass ich nur sehr vorsichtig in die Kurven fuhr. Denn mein Fahrrad begann bei der Abfahrt am Hinterrad zu schwingen und ich bekam den Gedanken nicht aus dem Kopf „Verdammt - das Lager am Hinterrad hat Spiel“. Also hieß es, möglichst heil ins Tal kommen und schnell überprüfen. Doch es stellte sich schnell Entwarnung ein. Es ist nicht das Rad, dass Probleme macht, sondern die Nerven. Und jetzt ist auch der Kopf bei der Fichkona angekommen.
So rollte die Trupp los, Richtung Chemnitz. Vorne weg immer der Begleitwagen mit Rundumlicht, der die entgegenkommenden Fahrer mit Kelle und Handzeichen zur Vorsicht hinwies. Und so floss man mit dem großen Strom an Radfahrern mit und steckte hier und dort mal den Zeh ins kalte Wasser, um ein Gefühl zu bekommen, „kann man nachher überhaupt mit seiner eigenen Gruppe mithalten“. Als wäre es ja nicht schon ehrgeizig genug so eine Fahrt mitzumachen, es soll auch noch die Gruppe 1 sein. Aber beim durchschweifen der Fahrergruppen merkt man schnell, hier fährt nicht nur jedes Alter mit, sondern auch jede Konstitution. Bereits nach 20 Kilometern in der Sonne ziehe ich meine Armlinge aus und bemitleide insgeheim die Fahrer im Winterdress, die erst in 2 Stunden sich ihrem Panzer entledigen können.
Nach 50 Kilometern, und einer kurzen Pinkelpause, wird das Feld bereits geteilt. Gruppe 1 und 2 sollen nun das Feld anführen und bis zur nächsten Pausestation vorfahren. Trotzdem sind wir noch ein riesiger Truppe.
Langsam bekam das Fahrerfeld Struktur. So bildeten wir die typische Zweierreihe und begannen mit Führungsarbeit und Wechseln. Im Feld traf ich einen der Fahrer aus meiner Pension wieder. Wie sich schnell rausstellte, waren wir beide zwei sehr erfahrene Radler und zwei sogenannte „Feld-tot-Fahrer“. 5 KM vorm ersten Rastpunkt übernahmen wir die Führungsarbeit und trieben die Durchschnittsgeschwindigkeit hoch. 38, 40, 44 über 50 KM/h standen auf dem Tacho und wir feuerten uns weiter gegenseitig immer mehr an. Dabei völlig vergessend, dass noch weitere 520 KM zu fahren wären.
fichkona2014c 800In der ersten Pause musste alles sehr schnell gehen. 10 Minuten fürs Reserven auffüllen und sich erleichtern. Gott sei Dank musste ich mich nicht noch umziehen. Da unterwegs einer meiner Flaschen aus der Halterung gesprungen und verloren gegangen ist, musste ebenfalls eine neue organisiert werden. „Noch 2 Minuten! Gruppe 1 sammeln“, hieß es. 25 Fahrer, vereinzelt auch Leute die ich bereits beim Start kennengelernt habe, ordneten sich hinter dem Begleitfahrzeug ein. Und dann hieß es „Los“. Wie vom Hafer gestochen jagten wir los, permanent mit ein vier auf dem Tacho. Gnadenlos ging es über die Landstraßen und selbst an jedem Anstieg wurde nochmals nachgesetzt. Scheinbar hatten manche der Fahrer das Ziel, die Expressgruppe noch einzuholen, obwohl unsere Durchschnittsgeschwindigkeit bei 33KM/h veranschlagt wurde. Eigentlich sollten wir vom Höhenprofil nur bergab fahren. Doch es folgte Hügel auf Hügel und um mithalten zu können musste ich permanent Gänge wechseln. Vom Kleinsten zum Größten Gang, von 55 bis 115 Kurbelumdrehungen variierte die Leistung. Und plötzlich merkt man, wie sich die Wade langsam verkrampft. „Verdammt, wir haben nicht mal ein viertel geschafft und schon die ersten Verschleißeffekte“. Schnell stellte sich der Gedanke bei mir ein, „halte ich das bis zum Ende überhaupt durch“. Doch dann, endlich,  beruhigte sich das Feld und die Geschwindigkeit pendelte sich bei 36-37KM/h ein und auch das Profil wurde flacher.
An der Pause 2, bei 170 KM, zeigte sich wie schnell wir eigentlich unterwegs waren. Die Expressgruppe war nur 5 Minuten vor uns. Da es aber scheinbar an Struktur in deren Feld gemangelt hat, ist ein Fahrer zu unserer Gruppe hinzugestoßen. Aber auch wir hatten die ersten Ausfälle. Egal, mir ging es wieder exzellent und sobald wir in Potsdam sind, kenne ich den Rest der Strecke nach Rügen.
Und die Zeit verging wie im Flug. Vorbei an Jüterbog, Treuenbrietzen, Beelitz und Michendorf. Das Fahrerfeld agierte mittlerweile sehr harmonisch. Führungswechsel wurden gesittet und geordnet durchgeführt, sowie Handzeichen regelmäßig bei fast allen verwendet und Lücken im Feld schnell geschlossen. Auch ein Gefühl für seine Mitfahrer stellte sich ein. So konnte man einschätzen, hinter welchem Fahrer Vorsicht geboten war, weil dieser zum Beispiel gerne in den Wiegetritt ging, ohne dem Hintermann ein Handzeichen zu geben. Seltsamerweise war dieses ignorante Verhalten nur bei den älteren Mitfahrern zu beobachten.
fichkona2014d 800266 KM, Potsdam - meine Heimatstatt stand auf der Routenplanung. Und als großes Highlight wurden wir komplett durch die Stadt mit Polizeieskorte geführt. Jede Ampel durfte bei rot überfahren werden und jede Kreuzung wurde für unseren Trupp abgesperrt. Einfach nur geil!
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir großes Glück mit dem Wetter. Denn obwohl Regen den gesamten Tag angekündigt war und wir auch die Wolkenfronten am Himmel vor uns, sowie hinter uns erkennen konnten, mussten wir scheinbar permanent in einem Schönwetterhoch unterwegs gewesen sein. Doch wir wussten auch, dass wir direkt ins schlechte Wetter hineinfahren würden und umso weiter wir in den Norden kamen, desto wahrscheinlicher wurde es Regen ab zu kommen. Und so sollte es auch kommen. Ab 350 KM begann es leicht zu regnen. Niemand ging das Risiko ein noch länger zu warten und so hüllte sich das Fahrerfeld schnell in seine Regen- bzw. wie sich bei der Fahrt herausstellte, Ballonjacken ein. Leider ging dies auch zu lasten unserer Geschwindigkeit. So konnten wir bei gleich bleibender Belastung nur noch 32KM/h im Schnitt fahren. Von diesem Zeitpunkt an, war die Verfolgungsjagt auf die Expressgruppe vorbei, bei 15 Minuten Differenz. Schade!
Pause 4 an der Tankstelle . Jetzt hieß es dann doch: „Mehr Klamotten anziehen“. Ich konnte nicht so recht sagen, welche Kleidung nun die beste Wahl sein würde. Ich hatte noch immer meinen A3K-Triathlon-Einteiler an und würde auch dabei bleiben. Aber da der zunehmende Regen wohl die Körpertemperatur senken könnte, entschied ich mich für mein Longsleeve, ein frisches Rennradtrikot, trockene Socken und nun auch Überschuhe. Aus meiner Erfahrung aus dem vorherigen Jahr wusste ich, kalte Füße und Hände sind einfach nur eine Qual auf dem Rad, weil es keine Chance gibt diesem zu entkommen. Auf Handschuhe verzichtete ich bewusste, da diese nur mit Wasser vollgesogen werden würden und der Wärmeeffekte gänzlich ausbleiben würde. Mittlerweile hatte uns neben dem schlechten Wetter auch die Dunkelheit erfasst. Also hieß es: „Licht an und los“.
Es wurde ungemütlich: Nässe, Kälte und Gegenwind. Direkt nach dem Start von der Tankstelle, bewegten wir uns einige Kilometer eine Allee entlang, deren Straße sehr eng war. Die sich zurückfallenden Fahrer mussten stets darauf achten nicht zu weit in die Gegenspur zu kommen oder sogar von der Straße ab zu kommen. Das augenscheinlichste Merkmal nach dem Start, war die unglaubliche Ruhe im Fahrerfeld. Wobei vorher alle noch sehr redselig waren und mit den Nachbarn munter Gespräche hielten, kurbelte nun ein jeder stillschweigend vor sich hin. Lediglich der Wind im Gesicht und das Surren der Ketten war zu vernehmen. Mir selbst ging es nicht anders. Meine Regenjacke zock permanent an mir und die Radbrille war vom ständigen Spritzwasser des Vordermanns nass und beschlagen. Mein offensichtlichstes Problem war aber nun, dass ich unglaublich viel Energie durch meinen Windbreaker verbraten würde. Bei der Führungsarbeit versuchte ich so viel wie möglich von der Jacke zu spannen und wenig Angriffsfläche dem Wind zu bieten. Zusätzlich erschwerend kam hinzu, dass meine Kleidungswahl doch etwas zu warm war. Glücklicherweise hatte ich auf Beinlinge verzichtet, so das der Wind und Spritzwasser mir etwas Kühlung ermöglichten. Nebenbei war das Spritzwasser auch der neue Durstlöscher, denn umso mehr Kilometer auf dem Anzeige standen, desto gleichgültiger wurden man auch. Regenwasser im Gesicht, die Kleidung war bereits pitsch nass und Wasser schlich auch langsam in die entlegensten Bereiche hinein. Aber alles okay! Die Gruppendynamik funktionierte perfekt. Niemand der über die Bedingungen nörgelte, sich beschwerte oder motiviert werden musste. Alle zogen am gleichen Strang und wir würden auch die letzten 200 KM schaffen.
Es wurde Nacht, leer auf den Straßen, doch unsere Gruppe zog weiter. Und mir ging es erstaunlich gut! Natürlich waren die Sachen nass und die Verdauung begann sich langsam, wegen der vielen Energieriegel, zu melden. Aber das war alles erträglich und der Gedanke, über die Hälfte der Strecke bereits zurückgelegt zu haben, war unglaublich befriedigend. Zudem ist die Stimmung im Fahrerfeld wieder aufgehellt und wir spaßten wieder miteinander rum.
fichkona2014e 800Es folgte Pause 5 und wir waren zu früh dort. Als wir am Versorgungspunkt ankamen, konnten wir nur mit Getränken versorgt werden. Die Mitarbeit, die wirklich permanent exzellente Arbeit leisteten und stets um unser Wohlbefinden besorgt waren, entschuldigten sich mehrmals bei uns. Aber wir konnten ihnen einfach nicht böse sein, denn die meisten von hat noch genügend Energieriegel bei und die Flaschen waren auch noch fast voll. Ein Kaffee und ein Redbull (furchtbares Zeug) in den Rachen geschüttet und weiter. Als Ausgleich wurden wir mitten auf der Strecke noch mit Essen versorgt.
Als wir weiter im Kollektiv durch die Straßen von Goschen, Demminund Grimmen preschten und von einzelnen Passanten angefeuert wurden, fragten wir uns alle die gleiche Frage: „Wann wird es endlich hell?“. Denn es war gar nicht die Kälte oder die Nässe die zusetzte, sondern die schlechte Sicht. Die spärliche Beleuchtung unserer Fahrradlampen ermöglichte es uns nicht weit genug vorne weg zu sehen und bei manchem hat der ständige Regen auch zum Ausfall dessen geführt. Doch um so näher wir Stralsund kamen, desto heller wurde es und bis wir ab der Rügenbrücke uns nun sogar ohne Vorderlicht orientieren konnten. Der Regen nahm nun zu und meine Hände waren so aufgeweicht, dass ich nur noch Untergriff fahren konnte. Schalten und bremsen schmerzte in den Fingern.
Und plötzlich, ein Defekt an meinem Laufrad. 5 KM vor der letzten Pause und 30 KM vor dem Ziel löste sich die Verschalung der Lagerscheiben am Vorderrad und legte dadurch das Kugellager frei. Wir hatten noch immer eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 KM/h, also Stehenbleiben ging nicht. Ich setzte mich ans Ende des Feldes und hoffte, dass die Kugeln nicht rauspurzeln würden. Angekommen am Versorgungspunkt hämmerte ich die Lagerscheibe mit einem Stein in die Nabe. Jetzt bloss nicht aufgeben müssen. Abgesehen davon standen wir alle nun kurz vorm Zielsprint und ein jeder wusste, dass die letzten Kilometer im Zeitfahrtempo absolviert werden würden.
Der Regen wurde stärker und die Pfützen größer. Man merkte förmlich die Unruhe im Feld, da alle wussten, dass das Ziel nur noch 60 Minuten entfernt war und die Beine noch genügend Kraft für einen Zielsprint hatten. Ich selbst empfand eine Müdigkeit die ich vorher noch nicht erlebt habe und die letzten Kilometer würden sich als wahre Tortur herausstellen. Schlag auf Schlag ging es los und wir schlängelten uns über die durchnässten Straßen mit bis zu 42 KM/h. Die ersten Fahrer begannen auszubrechen. Ich wurde unkonzentriert und wollte nur noch angekommen. So sehr, dass ich gegen Ende noch fast einen Zusammenstoß verursachte, als ich in die Führung der Gruppe fuhr und dabei rechts überholte. Noch Mal Glück gehabt.
Und plötzlich war er da, der Leuchtturm von Putgarten und das Ziel. 600 KM, 18 Stunden Fahrtzeit, 20 Stunden im Sattel und 33.5 KM/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Völlig erschöpft und durchgeweicht überquerte ich gegen 6 Uhr die Ziellinie, noch nicht realisierend was für eine Leistung wir vollbracht hatten. Aber in diesem Moment wollte ich auch nur noch eine heiße Dusche und warmes Bett. Zu blöd nur, dass wir dafür noch 12 KM zum Campingplatz zurückfahren mussten.
Nachdem alle Fahrer etwas Schlaf nachholen und Energie auftanken konnten, versammelten wir uns am gleichen Tag, um ein Resume zur Tour zu bekommen. Leider hat es einen Sturz gegeben, leider mit gebrochenem Arm. Gleichzeitig nutzte aber auch der älteste Teilnehmer die Möglichkeit, nach 10 Teilnahmen an der Fichkona, sich in den verdienten Ruhestand zu verabschieden. „Mit 72 Jahren haben ich mir das verdient“, sagte er. Und ich wusste, dass das nicht meine letzte Teilnahme war.
Zusammenfassend kann ich dem Werbespruch des Veranstalters nur zustimmen: „Wild, verrückt und hart - aber machbar“. Ich werde wohl nächstes Jahr - 2015 - die Tour nochmals mitfahren und danach eine anspruchsvollere Veranstaltung suchen. Trotzdem kann ich nur jedem ambitionierten Rennradfahrer die Tour empfehlen.