m-werda8 900Am Samstag vertraten fünf A3K-Triathleten ihren Verein im brandenburgischen Marienwerder beim 10. baff-Naturmarathon: Dennis (10,5km), Holger (Halbmarathon), Pascal (Drittelmarathon), Michael und Sven (je Marathon). Mit unterschiedlichem Erfolg, wie gleich am Anfang des Berichts angemerkt werden will. Der mit bis zu Windstärke 8 pustende Wind hatte auf die Ergebnisse keinen signifikanten Einfluss.

Zwischen Kilometer 7 und 9, als man am Finowkanal entlanglief, kamen die Böen voll von vorn und wehten so manches Mützchen vom Läuferkopf. Holger meinte, die Rückenwindstrecke im Wald sei windgeschützt gewesen. Das kann ich nicht beweisen, aber ich glaube dem Holger das. Der fährt ja auch mit seinem Navi zum Bäcker und kennt sich auch sonst mit Technik aus. Jetzt aber endlich zum Rennen: Wir starteten in zwei Wellen. Erst die Läufer und Läuferinnen, die ein bzw zwei Runden zu absolvieren gedachten, zehn Minuten später der ganze Rest.

m-werda5 900Dennis hatte sich in seiner E-Mail über den Verteiler relativ weit aus dem Fenster gelehnt, als er ankündigte: "ich mach die 10,5 und diesmal zur Abwechslung "vollepullealleswasgehtmitaugenzusammenkneifen". Hat auch gut geklappt. Zumindest auf dem ersten Kilometer, den er in halsbrecherischen 3:12min gelaufen ist. Dann kam der Rückenwind, aber dummerweise im Wald, so dass er ihm nicht helfen konnte. Dann müssen ihn relativ viele Läufer überholt haben. Er lief Brust an Brust mit Holger ins Ziel und hatte auf seiner Urkunde dann was mit 42 Minuten und ein bißchen stehen. Man muss auch mal was ausprobieren.Holger drehte dann noch eine Runde mehr und kam nach respektablen 1:28h ins Ziel, was für den Sieg in seiner Altersklasse reichte, aber für keinen Preis und nur mäßigen Applaus bei der Siegerehrung. Er war noch in der Umkleide, als ein leibhaftiger Moderator vor einem imaginären Publikum imaginäre Preise verlieh. Fünf Kilometer vor dem Ziel wurde Holger von Niels "Du rennst wohl öfter?" Bubel überholt, der den Marathon in 2:34h gewann.

m-werda3 900Zur Belohnung durfte sich Holger in die A3K-Radsportgruppe einreihen, die ihn unversehrt wieder in Berlin ablieferte. Pascal lief über 31,5km ein couragiertes Rennen (2:31h), verausgabte sich völlig und wurde im Ziel vom besorgten Veranstalter nach seinem werten Befinden befragt. Als wir uns auf den Heimweg machten, war er wieder komplett hergestellt und hatte bei der ewig geöffneten Getränkestelle (die wollten das Zeug auf Teufel komm raus loswerden) noch drei Becher Cola organisiert, ehe er sich am Telefon mit einem gut gelaunten "Hier Haile Gebreselassie" meldete.

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Auf der Marathonstrecke erreichte Michael "na der bei uns auf der Bahn schwimmt und aussieht wie Dolph Lundgren" (Zitat Robert, der mich im Becken auch schon mal als Steffen begrüßt) nach 3:16h das Ziel und verfehlte Platz eins in seiner Altersklasse um zehn Minuten. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, so einen verrückten in Stockholm wohnhaften finnischen Ultraläufer über zweieinhalb Runden hinter mir her zu ziehen. Der gewann die Altersklasse vor Michael. Es gelang mir einfach nicht, den guten Mann abzuschütteln. Auf der letzten Runde hab ich nochmal richtig gedrückt, aber er hielt den Abstand konstant und lief zwanzig Sekunden nach mir ins Ziel. Den letzten Kilometer jeder Runde ist man auf einer Wendestrecke gelaufen, so dass man die Abstände nach hinten relativ gut einsehen konnte. Und jedes Mal hat mir der schwedische Finne zugewunken. Also schon nett gemeint, kein vergiftetes Lächeln ala "gleich hab ich dich", aber auch nicht komplett wertfrei. Mich hats ein bißchen gegruselt und ich musste ein wenig an den großartigen Gregory Peck als Kapitän Ahab in der "Moby Dick" – Verfilmung denken, der auf dem Rücken des Wals auch noch mal ordentlich loswinkt. So ein Winken. Naja, am Ende war ich ganz froh, dass im Auto von Ivan Drago noch ein Plätzchen frei war und ich mir weitere 50 Rad-Kilometer bis nach Berlin sparen konnte.

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